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Geographie und Klima Chiles

Ausblick von Chile nach Argentinien
Stürmisches Wetter im Skigebiet Antillanca in der Nähe von Osorno

Chile erstreckt sich als sehr schmaler aber dafür umso längerer Landstreifen entlang der Pazifikküste des südlichen Südamerikas. Das Land ist gut 4300 Kilometer lang durchschnittlich aber nur 180 Kilometer breit. Auch einige pazifische Inseln gehören zum Staatsterritorium. Am bekanntesten sind wohl die Osterinsel sowie die nach Daniel Defoes Romanheld benannte Robinsoe-Crusoe-Insel. Der von Chile erhobene Anspruch auf einen großen Teil der Antarktis fand bisher keine internationale Anerkennung. Durch das gesamte Land erstrecken sich auf imposante Weise die Anden.
Dabei sind drei Großformationen charakteristisch: die östliche Hochkordillere (Cordillera de los Andes), das Valle Longitunidal, ein Längstal, das sich ab Santiago gen Süden deutlich ausbildet sowie die im Vergleich zur Hochkordillere flachere Küstenkordillere (Cordillera de la Costa). Im nördlichen Teil Chiles sind die größten Erhebungen zu finden, der Vulkan Ojos del Salado hält mit 6880 Meter den Höhenrekord. Der Süden weist kaum Gipfel über 4000 Meter auf. Von dem noch andauernden Wachstums des Faltengebirges zeugen gelegentliche leichte bis schwere Erdbeben sowie stellenweise auftretende Geysire und mögliche Vulkanausbrüche.
Mit 757.000 km² ist Chile etwa doppelt so groß wie Deutschland. Es leben jedoch nur ca. 16,13 Millionen Menschen (2006) im Land, fünf Millionen davon allein in der Hauptstadt Santiago. Die enorme Nord-Süd-Ausdehnung sowie gewaltige Höhenunterschiede bedingen, dass das Klima Chiles sehr vielseitig ist. Es werden fünf geographische Großräume unterschieden, die im Folgenden näher beschrieben sind:
Im nördlichen Teil, wo das Land an Peru und Bolivien grenzt, befindet sich eines der trockensten Gebiete der Erde - die Atacamawüste. Das direkt hinter der Küste steil aufragende Gebirge verhindert hier das Aufsteigen der feuchten Meeresluft, die der kühle Humboldtstrom mit sich bringt. Somit gelangen nur selten Niederschläge ins Landesinnere. Dieser als Großer Norden bezeichnete Landesteil ist nur spärlich besiedelt. Die bedeutendsten Städte befinden sich an der Küste. Im Hochland gibt es nur einige Bergbausiedlungen und an Orten, wo das Klima eine spärliche Landwirtschaft erlaubt auch kleine Dörfer.
Der sich südlich anschließende Kleine Norden ist klimatisch weniger trocken. Die Niederschläge nehmen ebenso wie die Vegetationsbedeckung in Richtung Süden zu. Zahlreiche immerfeuchte Flussläufe durchziehen oasengleich dieses Gebiet. An ihren Ufern bieten sich dank des warmen Klimas ausgezeichnete Bedingungen für die Landwirtschaft. Außerdem beherbergt diese Zone wichtige Ressourcen wie Gold, Silber und vor allem Kupfer.
Um die zentral gelegene Hauptstadt Santiago de Chile ist das Klima mediterran, das heißt die Sommer sind warm und trocken, die Winter feucht und mild. Auch diese so genannte Zentralzone bietet gute Voraussetzungen für die Landwirtschaft, Landgüter und Weinberge prägen das Bild. Die ausgezeichneten Klimaverhältnisse sind wohl auch der Grund dafür, dass hier der Großteil der Chilenen lebt.
An die zentrale Zone schließt sich der Kleine Süden an, ein niederschlagsreiches Gebiet, das mit ausgedehnten Wäldern, schneebedeckten Vulkanen, stillen Seen und großen Flüssen unvergleichbare Naturschönheiten beherbergt und deswegen wohl auch ein sehr begehrtes Reiseziel ist.
Der Große Süden nimmt mit einem Drittel der Landesfläche, den größten Teil in der Fünfteilung Chiles ein. Sein raues Klima und die schlechte Zugänglichkeit bedingen, dass die Bevölkerungsdichte noch geringer ist als im Großen Norden. Eine urtümliche Natur bietet dem Besucher aber auch hier einmalige Impressionen. Zu den Highlights gehören Gletscher, Fjorde, Urwälder, unzählige Inseln sowie der südlichste bewohnte Punkt der Erde. Die Insel Feuerland bildet den Südzipfel Chiles, gehört aber zur Hälfte zu Argentinien, dem östlichen Nachbarn, mit dem sich Chile im Übringen auch seine längste Grenze teilt.

Geographie & Klima von Chile im Überblick

  • Jahreszeiten um 6 Monaten im Vergleich mit Nordhalbkugel verschoben
  • Nordchile: extrem trocken, Wüste
  • Mittelchile: Klima wie Mittelmeerraum, trockene heiße Sommer, etwas Regen im kurzen und kühlen Winter, sehr fruchtbare Region
  • Südchile: Sehr viel Regen im Winter, kurzer Sommer. Viele Inseln, Vulkane, Seen und kalte Regenwälder