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Geschichte von Chile

Zahlreiche Indianerstämme siedelten seit mindestens 10.000 Jahren v. u. Z. auf dem Gebiet des heutigen Chiles. Bei der Ankunft der Europäer gehörten zu ihnen unter anderem die Inka, welche im 15. Jahrhundert die nördlichen Landesterritorien erobert hatten und die südlich vom heutigen Santiago lebenden Mapuche. Letztere leisteten bis ins 19. Jahrhundert erbitterten Widerstand gegen die europäischen Eindringlinge, konnten den Eroberungssprozess letztendlich aber nicht aufhalten. Ihren Ausgang nahm die Neubesiedlung mit einer spanischen Expedition unter der Führung von Pedro de Valdivia, die 1541 zur Gründung Santiagos führte. In den Folgejahren entstanden weitere Siedlungen die sich später zu wichtigen Städten entwickelten (unter ihnen La Serena, Valparaíso, Concepción und Valdivia). Die Herrschaft der Spanier bezog sich zu dieser Zeit im Wesentlichen nur auf die Städte selbst und größere Landgüter in deren unmittelbarer Umgebung. Auf diesen arbeiteten Indianer als Sklaven und sicherten das Auskommen der neuen Herren. Lange war Chile eine vergleichsweise arme Provinz des spanischen Vizekönigreiches, dem fast das gesamte spanische Südamerika angehörte und dessen Zentrum in der heutigen peruanischen Hauptstadt Lima lag. Chile unterlag starren Handelsbeschränkungen und exportierte vor allem landwirtschaftliche Güter, Holz, Kupfer und Leder in die bolivianischen Minenstädte.

Im Jahre 1778 wurde das Land zunächst unabhängig vom Vizekönigreich. Ab 1810 begann es schließlich den Kampf für die endgültige Unabhängigkeit von der spanischen Krone. Spaniens Flotte war 1805 von England weitgehend zerstört worden und nach der Besetzung Spaniens durch Napoleon im Jahre 1808 boten sich gute Ausgangsbedingungen für eine Befreiung vom Mutterland. Die Einrichtung einer ersten chilenischen Nationalregierung am 18. September 1810 (heute Unabhängigkeitstag) gilt als Ausgangspunkt des Unabhängigkeitsprozesses. Da Spanien dies nicht akzeptieren wollte, kam es zu heftigen militärischen Auseinandersetzungen, aus denen Chile, dank der Unterstützung durch argentinische Freiheitskämpfer schließlich als Sieger hervorging und 1818 die ersehnte Autonomie erklärte. Erster Präsident wurde der Unabhängigkeitskämpfer Bernardo O`Higgins.

wirtschaftlicher Aufschwung und Salpeterkrieg

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gewann der Handel mit Bodenschätzen - v. a. Kupfer, Salpeter und Guano - an Bedeutung und ließ Chiles Wirtschaft boomen. Zwischen 1879 und 1884 kam es zum Krieg um Salpetervorkommen in der Atacama-Wüste (Salpeterkrieg) mit den Nachbarländern Bolivien und Peru, wodurch Chile umfangreiche Territorien im Norden hinzugewinnen konnte. Im Zuge dessen verlor Bolivien seinen Zugang zum Pazifischen Ozean, den es bis heute schmerzlichst vermisst. In Südchile unterwarf man 1881 auch endgültig die widerspenstigen Aurakaner. So wurden zu dieser Zeit die heutigen Grenzen des Landes festgelegt.

Der Bedarf an Salpeter ging nach dem Ersten Weltkrieg durch die Entwicklung neuer Verfahren zur Stickstoffgewinnung drastisch zurück, wodurch Chile in eine wirtschaftliche Krise geriet. Der Zweite Weltkrieg brachte hingegen wieder einen Aufschwung, da der Kupferbedarf deutlich gestiegen war. Die Minen waren weitgehend in den Händen US-Amerikanischer Firmen, wodurch Chile auch immer in gewisser Abhängigkeit von den USA stand.

Salvador Allende

Nach der knappen Wahl des linksgerichteten Salvador Allende im Jahr 1970, wurden zahlreiche Reformen zur Armutsbekämpfung und besseren Gesundheitsversorgung durchgeführt. Insbesondere durch die entschädigungslose Verstaatlichung der Kupferminen zog die Regierung jedoch den Groll der USA auf sich, die im selben Zuge alle Wirtschaftshilfen für Chile strichen. Die gezielte Destabilisierungsstrategie der Vereinigten Staaten unter Mithilfe ihres Geheimdienstes CIA zeigte in den drei Folgejahren deutliche Erfolge - Allendes Führung wurde angesichts der desolaten Wirtschaftssituation zunehmend in Frage gestellt. Die sozialen und politischen Gegensätze im Land verschärften sich.

Agosto Pinochet

Im September 1973 begann dann der traurigste Abschnitt in der jüngeren Geschichte Chiles. Durch einen Militärputsch, in dessen Verlauf sich Allende das Leben nahm, gelangte General Augusto Pinochet an die Macht. Er setzte die rechtsstaatlichen und demokratischen Zustände während seiner Herrschaft außer Kraft und es herrschte staatlich verordneter Terror, der vor allem Regimegegner traf. In tausenden Fällen kam es zu Folterungen, Verschleppungen und Hinrichtungen, hunderttausende Menschen flohen ins Ausland.

Pinochet machte sämtliche Verstaatlichungen von Industrie- und Landwirtschaftsbetrieben wieder rückgängig und liberalisierte die Bestimmungen für ausländische Investoren auf dem chilenischen Binnenmarkt. Diese neoliberale Politik zementierte die Konkurrenzunfähigkeit vieler einheimischer Betriebe, was zu einem extremen Anstieg der Arbeitslosenzahlen und zur Verarmung weiter Teile der Bevölkerung führte. Zudem wurden die Staatsausgaben im sozialen Bereich drastisch gekürzt, und damit der Staatshaushalt auf Kosten der Bevölkerung saniert.

Ende der Era Pinochet und Neubeginn

Der Versuch Pinochets seine Herrschaft im Jahre 1988 durch eine Volksabstimmung nochmals zu verlängern, scheiterte. In den darauf folgenden Wahlen 1989 wurde Patricio Aylwin Azócar zum neuen Präsidenten gewählt und es kehrten wieder demokratische Zustände im Lande ein. Die neue Regierung hielt zwar am neoliberalen Kurs fest, setzte sich aber die Armutsbekämpfung als oberstes Ziel. Vor allem die deutliche Senkung der Arbeitslosenzahlen zeigte den Erfolg dieser Politik.

Michelle Bachellet

Nach Aylwin folgten zwei weitere Präsidenten (Eduardo Frei und Ricardo Lagos). Der wirtschaftliche Aufschwung Chiles blieb seitdem auf hohem Niveau und auch an der Aufklärung der Verbrechen zu Zeiten der Militärdiktatur wurde gearbeitet, so wurden, der inzwischen verstorbene Ex-Diktator Pinochet und einige seiner Anhänger verhaftet. Im Jahr 2006 wurde mit Michelle Bachelet erstmal eine Frau als chilenisches als Staats- und Regierungsoberhaupt gewählt.

Chiles Geschichte im Überblick

  • Schon vor Jahrtausenden von Indianerstämmen besiedelt
  • Kolonialisierung durch Spanier ab Mitte des 16. Jahrhunderts
  • Seit 1818 unabhängiges Chile
  • Wirtschaftsboom durch Bodenschätze
  • Linke Regierung unter Salvador Allende 1970
  • Putsch durch Agosto Pinochet 1973 & folgende Gewaltherrschaft
  • Seit 1988 demokratisch und wirtschaftlich stabil