Chile Patagonien
Patagonien! Der Star schlechthin unter den Regionen in Chile. Weltbekannt durch seinen Nationalpark Torres del Paine. Wörter wie
Feuerland lassen Fernweh in jedem von uns aufkommen ... und die Reise an das Ende der Welt kann beginnen
Meist jedoch vergessen die meisten Leute das zwischen Puerto Montt und der magischen Südspitze ein enormes Gebiet liegt. Deswegen teilen
wir unsere Einführung ein Nord- und Südpatagonien ein.
Nord Patagonien

Mit der Navimag (Fähre) unterwegs Richtung Süden
Südlich der Insel Chiloé und der Stadt Puerto Montt beginnt der Landstrich, mir dem viele Menschen romantische Vorstellungen von einer einsamen, urigen und rauen Landschaft verbinden – Patagonien. Diese Vorstellungen treffen die Realität sehr passend. Das Nördliche Patagonien ist in der Tat die am dünnsten besiedelte Region Chiles und die hier typischen Landschaftselemente sind unzählige kleine und große Pazifikinseln, wilde Flüsse, Fjorde, glasklare Seen und urige Wälder und Grasländer. Leider wurde ein Großteil der früheren Regenwaldbedeckung (Regenwälder leben hier von kühlen, feuchten pazifischen Luftmassen) in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts im Zuge der Erschließung dieses Landstriches vernichtet.
Seit Jahrtausenden hatten hier bereits indigene Bevölkerungen gelebt, die Namen trugen wie Chonos, Alcalufes oder Tehuelche. Letztere besiedelten die Grassteppen des Festlandes, die anderen beiden Stämme lebten auf den küstennahen Inseln, wo sie Fischfang und Robbenjagd betrieben. Europäer hatten lange Zeit nur wenig Interesse an der Patagonien, ihre Besuche beschränkten sich meist auf Forschungsexpeditionen und Missionierungsreisen. Dies änderte sich Anfang des 20. Jahrhunderts als von der Chilenischen Regierung die Erschließung Patagoniens vorangetrieben wurde. Sie vergab große Landteile an Gesellschaften, die diese ohne Rücksicht auf die Natur urbar machten, um Viehzucht zu betreiben. Heute sind in Aisén (ein alternativer Name Patagoniens, dessen Herkunft nicht ganz klar ist) neben der Viehzucht auch Lachsfarmen von Bedeutung. Umweltschützer kritisieren diese unter anderem weil von ihnen Meeresverschmutzungen ausgehen. Obwohl für viele Reisende Südpatagonien das attraktivere Ziel ist, spielt auch der Tourismus eine zunehmende wirtschaftliche Bedeutung für die Nordpatagonien.
Erschlossen ist dieser südliche Teil Chiles durch die Carretera Austral. Wer über diese Route aus dem Norden mit dem Auto anreisen möchte, muss allerdings des öfteren Fähren benutzen. Unter anderem um eines der größten privaten Naturschutzgebiete der Welt zu umschippern. Den Parque Pumalín, mit dem sich der US-Amerikanische Millionär Dough Topkins seinen Traum vom eigenen Schutzgebiet in Patagonien erfüllt hat. Es erstreckt sich auf fast 3000 Hektar von Hornopirén im Norden bis fast nach Chaitén im Süden. Im Gegensatz zu vielen anderen Schutzgebieten Chiles ist dieses recht gut touristisch erschlossen. Die meisten Besucher wählen die Fähre als Reisemittel nach Patagonien. Sie fahren von Puerto Montt nach Chaitén und Puerto Chacabuco. Auch die Einreise über Argentinien ist möglich. Oder man fliegt direkt mit dem Flugzeug in die Region.
Die beste Reisezeit wird vom Klima bestimmt. Sie beschränkt sich lediglich auf wenige Monate des Sommers (der Südhalbkugel). Zwischen Dezember und spätem Februar/frühen März ist das Wetter meist mild und angenehm. Auf wetterfeste Kleidung darf man dennoch nicht verzichten. In den übrigen Monaten sind viele touristische Anlaufpunkte wie Gasthäuser und Hotels geschlossen. Doch auch diese Jahreszeit hat ihre Reize, vorausgesetzt man ist nicht kälteempfindlich und weiß die Einsamkeit zu schätzen.
Südpatagonien

Der Weltberühmte Nationalpark Torres del Paine
Im Jahr 1520 umsegelte Magellan die Südspitze Südamerikas und verpasste dieser Landschaft aus nicht genau überlieferten Gründen den Namen Patagonien. Große Teile dieses meist flachen Landstriches liegen auf argentinischer Seite. Die nördlichen Teile des chilenischen Patagoniens sind von der Carretera Austral erschlossen, in den Süden gelangt man nur per Schiff, Flugzeug oder über argentinisches Territorium. Grenzübertritte sind alltäglich und unproblematisch, weshalb auch leicht ein Abstecher nach Argentinien möglich ist. Charakteristisch für diese Landschaft sind weite vegetationsarme Ebenen, harte Winter, kurze Sommer, Gletscher und Inseln. Der Nationalpark Torres des Paine ist wohl einer der Hauptgründe, warum es so viele Reisende ans „Ende der Welt“ zieht. Und auch die Tatsache, dass man sich am Kap Horn auf dem Vorposten der Antarktis befindet, ist ein Fakt, mit dem man seine Lieben daheim beeindrucken kann. Das Wetter ist extrem wechselhaft, die sehr südliche Lage und die Nähe zu zwei Ozeanen lassen bedingen teils sehr rasche Wechsel zwischen Sonnenschein, Regen, Schnee & Wind. Vor allem im Sommer muss man sich gut vor direkter Sonne schützen, da die UV-Strahlung wegen des Ozonloches hier sehr hoch sein kann.
Die ersten europäischen Siedler in diesem Landstrich waren Waliser. Sie kamen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung der Region im Zuge des zunehmenden Schiffverkehrs durch die Magellanstraße wurden die bis dahin noch wenig beeinflussten indigenen Bewohner (Alcaluf, Yahgan, Tehuelche und Haush) immer mehr zurückgedrängt und durch bis dahin für sie unbekannte Krankheitserreger dahingerafft, gegen die sie kaum Abwehrkräfte hatten. Heute gibt es nur noch vereinzelt Ureinwohner, die sich auch immer mehr von ihrer alten Kultur verfremden. War zu früheren Zeiten in Patagonien die Schafzucht der Hauptwirtschaftszweig, so sind heute ölindustrie, Handel und Fischzucht weitaus bedeutender. Sie haben der Region zu einem gewissen Wohlstand verholfen.
grosser Süden von Chile im Überblick
- viel Niederschlag im Winter
- beste Reisezeit Dezember - Februar
- Sehr wichtig: Sonnencreme