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Santiago de Chile

Santiago besitzt eine Ausnahmestellung in Chile und lässt sich überhaupt nicht mit dem Rest des Landes vergleichen. Santiago de Chile ist mit über 5 Millionen Einwohnern die mit Abstand größte Stadt in Chile und somit unbestritten das Wirtschafts-, Transport- und Kulturzentrum des Landes.

Allgemeines

Santiago liegt in einem Talkessel, umgeben von den Anden und anderen kleineren Kordilleren. Dies hat zur Folge, dass Santiago häufig von unangenehmem Smog durchzogen ist und deswegen auch keinen guten Ruf genießt. Santiago hat nachgewiesenermaßen eine der schlechtesten Luftqualitäten auf der ganzen Welt. Manchmal hat man den Eindruck, dass die Stadt im Verkehr erstickt. Die Abgase können durch die Lage im Tal nur sehr schlecht abziehen und besonders im kalten Winter hängt eine fette Dunstgklocke über der Stadt.

Santiago teilt sich in 37 Komunen auf, wobei genaugenommen nur die zentrale Kommune Santiago heißt. Allgemein kann man sagen, dass vorrangig die nord-östlichen Stadtteile für Besucher oder längere Auftenhalte sicher und interessant sind. Die meisten Sehenswürdigkeiten befinden sich im Zentrum, welches zu später Stunde allerdings gemieden werden sollte. Auch tagsüber sollte man sehr vorsichtig sein, es kann schon mal vorkommen, dass im Gedrängel Halsketten den Touristen vom Leib gerissen werden. Wenn man allerdings die wichtigsten Grundregeln einhält und dem gesunden Menschenverstand folgt, ist man in der Hauptstadt sehr sicher.

Santiago de Chile ist eine sehr laute, enge und dichtbebaute Stadt. Sie wächst immer weiter und langsam geht aufgrund der Lage der notwenige Bauraum aus, weswegen derzeit an allen Ecken und Enden Wohnhochhäuser aus dem Boden schießen.

Geschichte von Santiago

Santiago wurde 1541 von Pedro de Valdivia auf dem Stadthügel Santa Lucia gegründet. Die Stadt konnte erfolgreich mehreren Angriffen der Mapuche Indianer standhalten. Neben dieses Angriffen behinderten immer wieder schwere Erdbeben (1647, 1730, 1783) die Entwicklung der Stadt.

In einer entscheidenden Schlacht im Jahre 1818 besiegten chilenische Unabhängigkeitskämpfer die Spanier und besiegelten die schon zuvor ausgerufene Unabhängigkeit.

In den 30iger Jahren begann der Wandel Santiagos zu einer modernen Industriemetropole. Das rasante Wachstum von Santiago de Chile zog immer mehr Leute an, was besonders in den Armenvierteln (pobloaciones) auch zu einer Verschärfung der sozialen Situation führte.

Salvador Allende erhöhte die Löhne der Arbeiter um bis zu 60% und führte kostenlose Schlubildung sowie Gesundheitsversorgung ein.

Der Sturm des Militärs unter Führung von Pinochet am 11.9.1973 auf den Präsidäntenpalast, der mit dem Selbstmord Allendes endete, leitete eine 17-jährige Militärdiktatur ein. Sie war geprägt von extrem marktorientierten Wirtschaftsreformen und Verschleppungen viele Oppositioneller.

Sehenswürdigkeiten von Santiago

  • Cerro Santa Lucia, eine grüne Oase, auf der Santiago gegründet wurde
  • Cerro San Cristobal, ein Vorläufer der Anden, der mit der Seilbahn erklommen werden kann
  • Parque Forestal mit dem Museum der schönen Künste (Bellas Artes)
  • Plaza de Armas mit seiner Kathedrale und der naheglegene Regierungspalast "La Moneda"
  • Mercado Central, Eisenkonstruktion, im inneren viele Restaurants
  • Metro Station Universidad de Chile mit seinen Gemälden, welche die Geschichte des Landes zeigen
  • "Cajon del Maipo" - naheglegenes Flusstal mit vielen Weingütern
  • Der Badeort Viņa del Mar sowie das Weltkulturerbe Valparaiso (ca. 1,5 Stunden)

Transport

Santiagos Transportsystem besteht hauptsächlich aus Metro und Bussen. Die Metro besitzt derzeit 5 Linien und verbindet alle wichtigsten Punkte der Stadt. Die Fahrkartenpreise (Eintrittspreis in das Metronetz) sind sensationell niedrig und kosten je nach Uhrzeit zwischen 0,55 und 0,60 Euro Cent. Entweder man kauft sich einzelne Fahrkarten direkt in den Metrostationen oder man benutzt die Chipkarte "BIP", die man mit einem Guthaben aufladen kann und beim Betreten der Station virtuell entwertet.

Im Gegensatz zur Metro benöntigt man für die Busse die BIP Karte (Preise ähnlich wie Metro). Direkt beim Fahrer bezahlen ist seit der Einführung von Transsantiago nicht mehr möglich, doch dazu gleich mehr.

Das Bussystem ist mit ca. 5.000 Bussen sehr dicht befahren. An den großen Haltstellen sind die Chilenen meist sehr diszipliniert und stellen sich in einer langen Schlange an.

Sehr unterhaltsam sind die Verkäufer und Musiker in den Bussen. Besonders bei den Musikern ist die Qualität der Performance erstaunlich gut. Es ist keine Seltenheit, dass kleine Minibands mit Komplettausrüstung die Busse besteigen.

Busse und Metro fahren in realtiv kurzen Abständen. Besonders zur Hauptverkehrszeit wird es in Metro und Bussen allerdings oft sehr eng und voll, was besonders im Sommer etwas belastend ist.

Transsantiago

Im Februar 2007 wurde das gesamte Bussystem von Santiago neugestaltet. Die Neuigkeiten waren: das neue Bezahlsystem mit der Chipkarte; festgelegte Haltestellen; komplett neue Linienstruktur; Wegfall des freien Marktsystems bei den Betreibern (vorher 3.000 Kleinstunternehmen); Einteilung der Stadt in Zonen, um Konkurrenz zwischen den neuen Betreibergesellschaften zu vermeiden; Festgehalt der Fahrer, das unabhängig von der Anzahl der Fahrgäste ist.

Diese radikale Umstellung brachte natürlich viele Probleme mit sich, hervorzuheben sind Kapazitätsmängel und schlechte Aufklärung der Benutzer. Die Probleme werden allerdings in kleinen Schritten gelöst und man kann nur bestätigen, dass der Schritt zu dem neuen System richtig ist, auch wenn die Durchführung mangelhaft war.

Klima

Das Klima von Santiago ist vergleichbar mit dem Mittelmeerraum. In den Sommermonaten von Dezember bis Februar werden tagsüber Temperaturen von über 30 Grad erreicht. Abends ist es im Sommer mit ca. 20 Grad sehr angenehm.

Die kältesten Monate sind Juni bis August mit ca. 8 - 10 Grad im Durchschnitt. In dieser Zeit fällt auch der meiste Regen (60 - 90 mm).

Santiago de Chile im Überblick

  • Ca. 6 Millionen Einwohner
  • Hauptstadt sowie Kultur, Politik und Wirtschaftszentrum
  • Viele Unis, Hochschulen, Museen
  • Alle wichtigen Unternehmen haben ihren Sitz in Santiago
  • Starke Verkehrs und Umweltprobleme