Reisebericht Bolivien
La Paz
Weiter ging es nach La Paz. Auf dieser Strecke konnte man schon noch einige Relikte der Straßensperrungen sehen (Steinhaufen z.B.), aber inzwischen war alles wieder ruhig. Die Stadt ist ziemlich groß und nicht besonders schön. Wir kamen Sonntag an und ungewohnterweise hatte alles geschlossen (nicht wie in Peru, wo es keine Mittagspausen oder Wochenenden gab). Naja, kein Platz, um sich lange aufzuhalten, außerdem lag unser Ziel ja in Sucre, so dass wir schnell weiterfuhren.
Silbermine in Ururo
Über Ururo ging es weiter, wo wir eine Silbermine besichtigten. Dorthin verirren sich nur aller paar Monate mal ein paar Touris. Die Tour durch die Mine war sehr interessant und abenteuerlich. Unsere zwei Führer nahmen uns mit durch enge Stollen, wo man teilweise gerade so durchkriechen konnte.

Silbermine Ururo
Nachdem die Tour zu Ende waren, ging es ans bezahlen. Unser Fehler, wir hatten vorher nicht nach dem Preis gefragt und mussten uns überraschen lassen. Als die Dame dann 10 verlangte war die Erleichterung groß, denn 10 Bolivianos sind grad mal 1 Euro. Ich zückte also gönnerhaft einen 20 Bolischein und die Miene der Dame verfinsterte sich. Sie hatte eigentlich von Dollar gesprochen. Dies erschien uns utopisch und wir verwiesen auf unsere leeren Taschen und dass wir doch auch nur Gutes über die tolle Mine zuhause berichten wollte. Die Dame wurde auch ganz schnell ganz einsichtig und begnügte sich mit den 20 Bolivianos - mh das war einfach!
Sucre und Touren rund um Sucre
Nach Ururo ging's weiter zu unserem eigentlichen Reiseziel Sucre. Hier absolvierten wir ein zweimonatiges Praktikum in
einem Reiseunternehmen. Unsere Arbeit (als angehende Diplom-Geographen) bestand darin, Vorschläge auszuarbeiten, wie man den
Tourismus in den umliegenden Indianerdörfern verbessern könnte und in der Erarbeitung
einer Wegekarte (die wir mit GPS aufnahmen).
Allerdings war die Situation dort etwas gespannt. In einen Teil des Gebietes konnten wir nicht gehen, da die dortigen
Indigenen gerade im Streit mit der Gebietsverwaltung lagen, da sie verhindern wollten, dass eine Zementfabrik ihre
Kalkvorkommen abbaut (einfach ausgedrückt - die Probleme waren noch etwas komplexer).

Berglandschaft bei Sucre

Dinosaurierspuren bei Sucre
Kriminalität
Sucre war insgesamt recht ruhig - da war in Cusco mehr los, aber wir waren ja auch nicht zum feiern sondern zum arbeiten da. Bolivien schien aber doch ein etwas gefährlicheres Pflaster zu sein. Zweimal wurden wir in Sucre fast beklaut, einmal wollte ein kleiner Junge meinem Freund etwas aus seiner Jackentasche zaubern, hat's aber nicht geschafft. Ein anderes Mal wurde mir scheinbar auf meinen Rucksack gespuckt und während mich eine äußerst "nette" ältere Dame darauf aufmerksam machte, wollte mir doch glatt so ein Typ in meine Hosentasche greifen. Hab's natürlich gleich gemerkt und ihn weggeschuppst. Allerdings ist uns erst später klar geworden, dass die ganze Situation von vorne bis hinten gestellt gewesen war. Einem Bekannten ist nämlich genau das gleiche passiert.
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Bolivien im Überblick
- Amtsprache: Spanisch
- Einwohner: 9 Millionen
- Hauptstadt: Sucre, 193.000 Einwohner
- Währung: Boliviano (Pesos)
- Vorwahl: +591