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Salar de Uyuni, Bolivien

Silvester haben wir ganz gediegen in einer Bar verbracht. Kurz darauf sind wir zu einer Tour in das Salar de Uyuni aufgebrochen. Uyuni ist ein kleines, dreckiges Städtchen, scheinbar am Ende der bewohnten Welt gelegen. Es ist jedoch Ausgangspunkt für Touren in die einmalige Landschaft am südlichen Ende Boliviens.
Wir haben uns von dort aus auf eine viertägige Tour begeben, die uns gerademal 60 Dollar kostete. Unsere Gruppe bestand aus zwei Jeeps vom Typ Toyota Land Cruiser (angeblich die einzigen Autos, die für dieses Gelände geeignet sind), zwei Fahrern, einer Köchin und 12 Touris.

Am ersten Tag ging es mitten durch das Salar de Uyuni. Das ist eine 12.000 km² große, absolute flache "Salzwüste", die als Rest eines ausgetrockneten riesigen Sees übrig geblieben ist. Das Salz erreicht Stärken bis zu 80 Metern. Während unserer Reise war die "Wüste" jedoch wegen der Regenzeit von einigen Zentimetern Wasser bedeckt. Die Fahrt führte stundenlang durch dieses bizarre Gewässer mit schneeweißem Grund aus Salzkristallen.

Salar de Uyuni
Salzabbau im Salar de Uyuni
Mittendrin ging dann einige Male der Jeep aus, war aber nicht weiter schlimm. Außerdem ist unser Chauffeur des öfteren eingenickt und wir mussten ihn ständig anstupsen (das war aber ungefährlich, da es ja keine Hindernisse gab und immer nur geradeaus ging). Dann haben wir noch eine Insel mit Riesenkakteen besucht, einer davon misst stolze 12 Meter. Angeblich wachsen sie nur 1cm/Jahr, was bei diesem Exemplar auf ein Alter von 1200 Jahren hinausläuft. Geschlafen haben wir in einem recht komfortablen Hotel, das ganz aus Salzblöcken gebaut ist, und auch der Fußboden besteht aus sandartigen Salzkristallen.

Jeeptour im Salar de Uyuni
Jeeptour im Salar de Uyuni
Am zweiten Tag waren die Bremsen unseres Autos heißgelaufen und mussten erstmal repariert werden. Durch den Zeitverlust war den Rest der Tour ziemlich hektisch. Gesehen haben wir viel Gegend und einige Lagunen mit Flamingos drin. Die Nacht verbrachten wir in einem ziemlich miesen Hotel bei der so genannten Laguna Colorada (Bunte Lagune). Diesen Namen trägt sie auf Grund ihrer Farbenvielfalt, die ihr zahlreiche Algen verleihen. Diese wiederum dienen als Futterquelle für die unzähligen Flamingos, die dort wohnen.

Flamingos
Flamingos
Am folgenden Morgen mussten wir ganz früh raus, weil wir die spektakulären Dämpfe der auf 4900 Metern Höhe gelegenen Geysire im Licht der aufgehenden Sonne bewundern wollten. Diese Geysire speien entweder heiße Dämpfe mit Hochdruck in die Höhe, oder blubbern einfach nur gemütlich in einer grauen schlammigen Masse vor sich ihn.

Danach sind wir zu Thermalquellen gefahren, deren natürliche Pools uns zu einem entspannenden morgendlichen Bad im 30 Grad warmen Wasser einluden. Am südlichsten Punkt unserer Reise sahen wir die Laguna Verde (Grüne Lagune), die am Fuße eines fast 6000 Meter hohen Vulkans an der Grenze zu Chile liegt.

Geysire
Geysire
Unsere Tour führte weiter durch eine Wüste in 4700 Meter Höhe zum Arbol de Piedra (Baum aus Stein), einer seltsamen baumförmigen Felsformation. Der Rest der Tour ist nicht so erwähnenswert, die Landschaft war natürlich phantastisch, aber nach 3 Monaten hatte man sich auch mal an Bergen satt gesehen.

Am letzen Tag war dann der Tank unseres Jeeps kaputt und der Fahrer hatte sich einen neuen aus einem Kanister gebastelt, den er vertrauensvoll zwischen den Beinen des Beifahrers deponierte. Allerdings stellten wir das erst fest, als wir in der Mitte der Fahrt zum Tanken anhielten. Der Fahrer war natürlich stolz auf seine Glanzleistung, mir erschien das aber schon etwas gefährlich, zumal er wieder anfing, ab und zu einzunicken, wenn man sich nicht ständig mit ihm unterhielt.
Aber schließlich sind wir doch wieder heile angekommen!



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